9. April 2026
Weltgesundheitstag: Arztlotse verhindert Praxissterben in Werl
Pressemitteilung vom 30.03.2026
„Vielfalt für Gesundheit" – zum Weltgesundheitstag am 7. April zeigt Pöpsel in Werl, wie der Arztlotse Praxissterben verhindert
Am 7. April ist Weltgesundheitstag. Das diesjährige Motto „Vielfalt für Gesundheit" steht für die Überzeugung, dass gute Versorgung nur gelingt, wenn unterschiedliche Akteure zusammenarbeiten. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Oliver Pöpsel hat anlässlich des Weltgesundheitstages die Hausarztpraxis von Joanna Küßner und Felix Wulf in Werl besucht und sich ein Bild davon gemacht, wie das im Kreis Soest seit Jahren gelingt.
Küßner und Wulf haben Anfang 2026 die langjährige Praxis Dres. Heidtmann an der Unnaer Straße übernommen, begleitet durch den Arztlotsen der Wirtschaftsförderung Kreis Soest. Beim Austausch mit dem Praxisteam ging es um die Herausforderungen der hausärztlichen Versorgung im ländlichen Raum. „Dieser Generationenwechsel zeigt, was möglich ist, wenn alle an einem Strang ziehen. Ohne die aktive Begleitung durch den Arztlotsen wäre eine solche Übergabe deutlich schwieriger", sagt Pöpsel, der das Programm als langjähriger Aufsichtsratsvorsitzender der Wirtschaftsförderung Kreis Soest bis Ende 2025 federführend begleitet hat.
Küßner bestätigt das aus der Praxis: „Die Bürokratie ist für uns das größte Problem. Der Papierkram hat nichts mit ärztlicher Versorgung zu tun und kann schwere wirtschaftliche Folgen haben." Die Praxis setzt deshalb auf digitale Lösungen, etwa bei der Terminvergabe. Schon bei der Niederlassung sei der bürokratische Aufwand enorm gewesen. Dass er nicht zur Hürde wurde, liege auch am Arztlotsen: Die wfg unterstützte Küßner und Wulf bei der Suche nach einer geeigneten Praxis, bei der Fördermittelakquise und bei der Antragstellung beim Zulassungsausschuss.
Der Handlungsdruck bleibt hoch: In Westfalen-Lippe fehlen rund 200 Hausärzte, der schlechteste Wert aller 17 Kassenärztlichen Vereinigungen in Deutschland. Zwei von fünf Hausärzten sind über 60. Dass die Versorgung im Kreis Soest trotz dieser schwierigen Ausgangslage stabil geblieben ist, liegt auch am Arztlotsen: Über 30 Hausarztpraxen konnten so gesichert werden, die sonst möglicherweise unbesetzt geblieben wären. „Ich erlebe vor Ort, wie groß die Sorge der Menschen ist, keinen Hausarzt mehr zu finden. Für Familien mit kleinen Kindern und für ältere Menschen ist ein Hausarzt in der Nähe existenziell", so Pöpsel.
Seit 2018 unterstützt der Arztlotse der wfg Wirtschaftsförderung junge Ärztinnen und Ärzte bei der Niederlassung, von der Praxissuche über Behördengänge bis zur Vernetzung vor Ort. Ergänzt wird das durch das NRW-Hausarztaktionsprogramm mit 3,5 Millionen Euro für Praxisgründungen in Kommunen unter 30.000 Einwohnern. „Der Arztlotse zeigt, dass kluge kommunale Lösungen wirken. Genau dafür setze ich mich als Bundestagsabgeordneter in Berlin ein: einen Rahmen schaffen, der solche Modelle stärkt und gleichzeitig Bürokratie abbauen, die junge Ärzte von der Niederlassung abhält. Digitalisierung kann dabei ein Schlüssel sein. Was Frau Küßner mir heute geschildert hat, bestärkt mich darin: Ärztinnen und Ärzte müssen sich auf ihre Patienten konzentrieren können, nicht auf Papierkram", betont Pöpsel.
„Vielfalt für Gesundheit – das ist im Kreis Soest kein Slogan, sondern gelebte Praxis. Landesförderung, kommunale Begleitung und engagierte Ärztinnen und Ärzte wie Joanna Küßner und Felix Wulf sorgen gemeinsam dafür, dass gute Versorgung dort ankommt, wo Menschen leben", so Pöpsel.
